Matthias Obenhaus verlässt Aufsichtsrat

Piraten lehnen die Neuausrichtung des Staatsbades in Form des vorgestellten Gesundheits- und Tourismuskonzept ab

Die Salzufler Piratenfraktion wird dem vom Staatsbad erstellten Gesundheits- und Tourismuskonzept zwar nicht im Wege stehen, allerdings trifft die Neuausrichtung „Sole und Kneipp“ nicht auf Zustimmung. Fraktionsvorsitzende Mirjam Sturmann-Püttcher erklärt: „Es sind viele wichtige Punkte, die unsere volle Zustimmung finden, im Umsetzungskonzept untergebracht, doch die grundsätzlich Ausrichtung stammt eher aus dem vorvorigen Jahrhundert.“

Ratsherr und Aufsichtsratsmitglied Matthias Obenhaus ergänzt: „Das Gesamtkonzept ‚Sole und Kneipp‘ halten wir weder für nachhaltig noch für zukunftsweisend oder gar konkurrenzfähig. Für die Kurimmobilien liegt kein schlüssiges Wirtschaftskonzept vor, der grundsätzlich defizitäre Betrieb wird nicht ansatzweise beseitigt. Ein modernes, den Erfordernissen der heutigen Zeit entsprechendes Konzept, das auch jüngere Menschen und Familien anspricht, sieht anders aus.“

Die Koalition aus SPD und CDU habe jedoch einen Weg eingeschlagen, den die Ratsmitglieder der Piraten nicht weiter mitgehen wollen. „Ich sehe mich nicht in der Lage, die beschlossene Ausrichtung mitzutragen und werde aus diesem Grund den Aufsichtsrat Staatsbad verlassen. Ich wünsche meinem Nachfolger Simon Welslau viel Erfolg mit seiner neuen Aufgabe und bedanke mich bei den Kolleginnen und Kollegen für die bisherige Zusammenarbeit.“

Fraktionschefin Sturmann-Püttcher dankt Matthias Obenhaus für die langjährige Mitarbeit im Aufsichtsrat und erklärt: „Die Entscheidung ist nachvollziehbar, es liegt auch ein stückweit an der Organisationsform zwischen Staatsbad, Aufsichtsrat, WBS, Stadtrat und Gesellschafterversammlung. Die Verantwortlichkeiten sind nicht ausreichend abgegrenzt, das Kompetenzgerangel ist unübersehbar. Zudem haben die großen Parteien aus Besitzstandswahrung dafür gesorgt, dass die Stimmen der kleinen Fraktionen ohne Relevanz bleiben.“

Umso mehr freut sich Mirjam Sturmann-Püttcher, dass mit Simon Welslau ein Fraktionsvertreter für den Aufsichtsrat gefunden wurde, der nicht gleichzeitig Mitglied des Stadtrats und der Gesellschafterversammlung ist. So könne sich Simon Welslau völlig unbelastet seinen neuen Aufgaben widmen und den Neuanfang im Staatsbad mit beratender Stimme begleiten. „Dafür wünsche ich ihm viel Überzeugungskraft.“